Leonie Meyer gab 2016 das olympische 49er-Segeln zugunsten eines Medizinstudiums auf und wechselte zum Kitesurfen. Mit der Verkündung, dass „Formula Kite“ 2024 in Paris zum olympischen Segel-Programm gehören wird, ist der Traum von einer olympischen Medaille wieder lebendig. Seit einem Jahr ist Leonie Mutter eines Sohnes und verfolgt mit großer Zielstrebigkeit ihre sportliche Karriere. Wir haben ihr sechs Fragen zum Thema Leistungssport und das Leben als junge Familie gestellt.

Warum hast du nicht eines nach dem anderen gemacht?

Die Zeit in der Pandemie zuhause hat mir noch einmal klar gemacht, was ich will im Leben. Das ist an erster Stelle Familie und an zweiter Stelle mir den Traum von Olympia erfüllen. Mein Freund und ich wollten immer schon früh Eltern werden, damit wir noch viel gemeinsame Zeit mit unseren Kindern beim (Wasser)Sport verbringen können. Nicht alle Paare sind damit gesegnet, Kinder sofort zu bekommen, sobald sie es sich wünschen. Bei uns hat es zum Glück geklappt und dafür sind wir sehr dankbar.

Wie sieht aktuell dein Alltag aus?

Ich bin zurzeit im Monat ungefähr eine Woche zuhause, manchmal auch weniger. Die meiste Zeit sind wir an Wettkampforten oder in Trainingslagern. Dann sieht mein Alltag so aus, dass ich mit Levi und Darian oder meiner Mama aufstehe, wir frühstücken und ich dann eine oder zwei Einheiten auf dem Wasser verbringe. Ab Nachmittag ist dann wieder Mama Zeit, oft muss ich dann aber noch nebenbei an meinem Material arbeiten oder manchmal mache ich dann noch ein Workout mit Levi in der Trage.

Was ist dein Ziel in dieser Renn-Saison?

Ich möchte mich wieder sicher in die Top 10 kämpfen und bisher klappt das gerade ganz gut.

Mutter, angehende Ärztin und Leistungssportlerin, wie bekommst du das hin?

Ärztin bin ich tatsächlich noch nicht, dafür muss ich noch ein Jahr das “Praktische Jahr” absolvieren. Doch da man dann Vollzeit im Krankenhaus arbeiten muss und es in dem Jahr kaum freie Tage gibt, habe ich das PJ an die Olympischen Spiele hintenangestellt.

Mutter und Athletin; dafür muss man mit wenig Schlaf auskommen, eine extra große Motivation, sehr gute Organisation und Unterstützung beim Babysitten haben. Am Ende des Tages bin ich eben berufstätige Mama mit einem etwas außergewöhnlichen Job.

Welchen Stellenwert hat Olympia für dich und deine Familie?

Dieser Traum lebt in meiner Familie schon länger, als es mich gibt. Meine Mama hat damals im Segeln nur ganz knapp Olympia verpasst. Ich hoffe, dass es in zwei Jahren in Paris klappt. Und dann hat jeder einzelne meiner Familie einen Teil dazu beigetragen. Das ist unser Familien Projekt Olympisches Kiten 2024.

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