Erster Parawing World Cup

Leucate, France

by Viola Lippitsch

Der erste Parawing Weltcup war ein historischer Moment für den Sport und brachte die weltbesten Athleten zum allerersten Event dieser Art zusammen. Wir sind stolz darauf, dass unsere Riderin, Viola Lippitsch, einen beeindruckenden dritten Platz erringen konnte. Sie hat während des gesamten Wettbewerbs Entschlossenheit, Können und Beständigkeit bewiesen. Nach einer spannenden Woche auf dem Wasser, teilt sie ihre persönlichen Gedanken, Erfahrungen und wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Meilenstein-Event.

Das erste Wingfoil-Event der Saison in Leucate, Frankreich, fühlte sich schon vor dem Start wie ein Abenteuer an. Von Wien aus fuhr ich rund 15 Stunden lang mit dem Van durch Europa, um den Start einer neuen Wettkampf-Saison und die damit verbundene Energie einzufangen. Als ich nach dieser langen Reise in Leucate ankam und es dennoch schaffte, sofort eine solide Session auf dem Wasser zu absolvieren, wurde mir sofort wieder klar, warum dieser Ort so besonders ist.

Am nächsten Morgen sah die Lage jedoch völlig anders aus. Überraschenderweise wehte fast kein Wind. Ein Blick auf die Vorhersage machte deutlich, dass es die ganze Woche über kaum mehr als fünf Knoten geben würde – alles andere als ideal für einen Wettkampf. Wer Leucate kennt, weiß, wie ungewöhnlich das ist. Normalerweise ist der Spot für seine extremen Windverhältnisse bekannt. Letztes Jahr traten wir bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 65 Knoten an, während wir dieses Jahr Mühe hatten, überhaupt genug Druck in den Wing zu bekommen.

Trotz der schwierigen Bedingungen blieb die Stimmung bei der Veranstaltung positiv. Leider gab es sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen mehrere verletzungsbedingte Ausfälle. Eine Sache, die besonders positiv auffiel, war die unglaubliche Anzahl an Fahrerinnen, die dieses Jahr am Start waren. Es war inspirierend zu sehen, wie stark das Teilnehmerfeld der Frauen gewachsen ist und wie schnell sich der Sport international entwickelt.

Ein weiteres großes Highlight war, dass Leucate Gastgeber des allerersten Parawing-Weltcups überhaupt war. Da der Wind während der Woche kaum über 10 Knoten hinausging, starteten wir fast jeden Tag mit Parawing-Rennen. Das Format war äußerst spannend: zwei Vorwindstrecken, auf denen die Fahrer den Parawing während des Rennens verstauen mussten. Das verlieh dem Wettbewerb eine völlig neue taktische und technische Dimension.

Am letzten Parawing-Tag wurde das Kursformat erneut geändert. Diesmal fuhren wir eine Upwind-Sektion, gefolgt von einer langen Downwind-Stash-Zone, die direkt am Strand endete. Selbst bei sehr schwachen Windverhältnissen konnten auch die ersten Freestyle-Runden absolviert werden, was bereits allen einen Vorgeschmack auf die Hauptdisziplin gab.

Der letzte Tag der Veranstaltung begann unglaublich früh. Bei Sonnenaufgang waren wir bereits auf dem Wasser und starteten die ersten Heats. Endlich drehte der Wind in die für Leucate typische Offshore-Richtung, statt der Onshore-Bedingungen, die wir an den vergangenen Tagen hatten. Der Wind wurde für den Frauenwettbewerb stärker und beständiger, was insgesamt für viel bessere Bedingungen sorgte.

Mental fühlte ich mich vor meinem Lauf eigentlich sehr gut vorbereitet. Leider lief es dann überhaupt nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich habe einige meiner Grundtricks verpatzt und konnte einfach nicht genug Punkte sammeln, um in die nächste Runde zu kommen. Natürlich war das in dem Moment enttäuschend, aber ich lasse mich davon nicht unterkriegen. Das ist erst der Anfang der Saison, und Fehler gehören einfach dazu.

Was diese Veranstaltung noch schwieriger machte, war die Tatsache, dass sie nur eine Woche vor meinen Abschlussprüfungen zu Hause stattfand. Jeden Abend nach dem Wettkampf saß ich bis 23 Uhr mit meinen Mathebüchern da und lernte für meine Matura. Aus diesem Grund musste ich die Veranstaltung auch früher verlassen und konnte nicht zur Siegerehrung bleiben.

Trotzdem bin ich unglaublich stolz darauf, beim allerersten Parawing-Weltcup den 3. Platz belegt zu haben. Dieses Ergebnis bedeutet mir sehr viel und gibt mir enorme Motivation für die kommenden Veranstaltungen. Ich weiß bereits, was ich verbessern muss und wie ich mich effektiver auf die nächsten Wettkämpfe vorbereiten kann, insbesondere im Freestyle-Bereich.

In nur wenigen Monaten ist die Schule endlich vorbei, und dann dreht sich alles um Training, Training, Training – mit vollem Fokus darauf, mich als Athletin weiterzuentwickeln und mich auf das nächste Level zu bringen.

Insgesamt eine großartige Leistung! Wir gratulieren dir von ganzem Herzen, Viola. Und wünschen dir für deine Matura viel Erfolg!

Photos: © Lukas K. Stiller / GWA Content Pool

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