13. Mai 2026

Viola Lippitsch holt Platz 3 beim GWA Event in Leucate

Erster Parawing World Cup

Leucate, Frankreich, von Viola Lippitsch<br />Der erste Parawing World Cup markierte einen historischen Moment für den Sport und brachte zum ersten Mal die besten Athleten der Welt in diesem neuen Format zusammen. Wir sind stolz, dass unsere Riderin Viola Lippitsch mit einer starken und konstanten Leistung den 3. Platz sichern konnte. Nach einer spannenden Woche auf dem Wasser teilt sie ihre persönlichen Eindrücke, Erfahrungen und wichtigsten Learnings von diesem besonderen Event.<br />Das erste Wingfoil Event der Saison in Leucate, Frankreich, fühlte sich schon vor dem Start wie ein Abenteuer an. Von Wien aus war ich rund 15 Stunden mit dem Van quer durch Europa unterwegs, auf dem Weg in eine neue Wettkampfsaison und mit all der Energie, die damit verbunden ist. Nach der langen Fahrt in Leucate anzukommen und direkt noch eine solide Session auf dem Wasser zu haben, hat mir sofort wieder gezeigt, warum dieser Ort so besonders ist.

Am nächsten Morgen sah die Situation allerdings völlig anders aus. Überraschenderweise war fast kein Wind. Nach dem Forecast-Check war schnell klar, dass die gesamte Woche kaum mehr als fünf Knoten bringen würde. Alles andere als ideal für eine Competition. Wer Leucate kennt, weiß auch, wie ungewöhnlich das ist. Normalerweise ist der Spot für extreme Windbedingungen bekannt. Im letzten Jahr sind wir noch bei bis zu 65 Knoten gefahren, während wir dieses Jahr Mühe hatten, überhaupt genug Druck in den Wing zu bekommen. Trotz der schwierigen Bedingungen blieb die Stimmung beim Event positiv. Leider gab es sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen mehrere verletzungsbedingte Ausfälle. Was aber sehr positiv herausgestochen ist, war die unglaublich große Zahl an Riderinnen in diesem Jahr. Es war inspirierend zu sehen, wie stark das Frauenfeld wächst und wie schnell sich der Sport international weiterentwickelt.

Ein weiteres großes Highlight war, dass in Leucate der allererste Parawing World Cup überhaupt ausgetragen wurde. Da der Wind während der Woche kaum über 10 Knoten kam, starteten wir fast jeden Tag mit Parawing Races. Das Format war extrem spannend: zwei Downwind-Abschnitte, in denen die Rider den Parawing während des Courses verstauen mussten. Dadurch kam eine völlig neue taktische und technische Dimension in die Competition. Am letzten Parawing-Tag wurde das Course-Format noch einmal geändert. Diesmal fuhren wir zunächst einen Upwind-Abschnitt, gefolgt von einer langen Downwind-Stash-Zone mit Finish direkt am Strand. Auch bei sehr leichten Bedingungen konnten die ersten Freestyle-Runden gefahren werden, was allen schon einen Vorgeschmack auf die Hauptdisziplin gab. Der letzte Eventtag begann unglaublich früh. Bei Sonnenaufgang waren wir bereits auf dem Wasser und starteten in die ersten Heats. Endlich drehte der Wind in die typische Offshore-Richtung.

Leucate-Richtung statt der Onshore-Bedingungen, die wir an den Tagen zuvor hatten. Für die Frauen-Competition wurde der Wind außerdem stärker und konstanter, wodurch die Bedingungen insgesamt deutlich besser wurden. Mental habe ich mich vor meinem Heat eigentlich sehr gut vorbereitet gefühlt. Leider lief es dann überhaupt nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich habe einige meiner Basic Tricks nicht gelandet und konnte einfach nicht genug Punkte sammeln, um in die nächste Runde einzuziehen. Natürlich war das in dem Moment enttäuschend, aber ich lasse mich davon nicht runterziehen. Es ist erst der Anfang der Saison und Fehler gehören zum Prozess.<br />Zusätzlich war das Event auch deshalb besonders herausfordernd, weil es nur eine Woche vor meinen Abschlussprüfungen zu Hause stattfand. Jeden Abend nach der Competition saß ich bis 23 Uhr mit meinen Mathebüchern da und habe für meine Matura gelernt.

Deshalb musste ich das Event auch früher verlassen und konnte leider nicht bei der Siegerehrung dabei sein. Trotzdem bin ich unglaublich stolz, beim allerersten Parawing World Cup überhaupt den 3. Platz erreicht zu haben. Dieses Ergebnis bedeutet mir sehr viel und gibt mir enorme Motivation für die kommenden Events. Ich weiß jetzt genau, woran ich arbeiten muss und wie ich mich auf die nächsten Competitions noch besser vorbereiten kann, besonders im Freestyle. In ein paar Monaten ist die Schule endlich geschafft. Dann heißt es: Training, Training, Training. Mit vollem Fokus darauf, mich als Athletin weiterzuentwickeln und den nächsten Schritt zu machen.

Starke Leistung, Viola. Wir freuen uns riesig mit dir und gratulieren dir zu diesem besonderen Ergebnis!

Fotos: © Lukas K. Stiller / GWA Content Pool