1. Dezember 2025
Luca schreibt Geschichte mit dem SONIC
Der erste Foilkite-Launch in der Geschichte des King of the Air
7 m SONIC Time, baby!
Was als ganz normaler Red Bull King of the Air begann, wurde plötzlich zu einem der historischsten Momente, die dieses Event je erlebt hat. Möglich gemacht von Luca Ceruti.



Tag 1
Zurück auf Anfang. Es ist der 22. November 2025, der erste Tag der offiziellen Waiting Period für den größten Kitesurfing-Contest der Welt: den Red Bull King of the Air in Kapstadt. Ein Wettbewerb, der vor mehr als 20 Jahren auf Hawaii mit Legenden wie Robby Naish und Ruben Lenten begann, nach Kapstadt zog und schnell zum wichtigsten Event der Kitesurfing-Welt wurde. Normalerweise startet das Event erst spät innerhalb der Waiting Period. Dieses Jahr nicht. Für Kapstadt waren bereits an Tag eins starke Winde mit bis zu 35 Knoten angesagt. Nach der bitteren Nachricht, dass FLYSURFERs junges Talent Hugo Wigglesworth nicht ausgewählt wurde, richteten sich alle Augen auf den Podiumsfahrer des Vorjahres und Local Hero: Luca Ceruti. Am Morgen versammelte sich die FLYSURFER Crew. Wir saßen in Lukes Van, FLYSURFER Kite Designer und Kapstadt-Legende. Nach und nach kamen alle dazu: Lucas Eltern, seine Caddies und eine Gruppe unfassbar talentierter südafrikanischer Kids. Die Art von Kids, die besser kiten als 99,9 % aller Kiter auf diesem Planeten. Dann stieg Luca mit einem breiten Grinsen in den Van. Und mit Frikkies auf den Fingern. Frikkies sind kleine Smiley-Gesichter, die Luke Luca bei seinem ersten King of the Air auf die Finger gemalt hat, um seine Nervosität zu beruhigen. Sie haben so gut funktioniert, dass seitdem jeder, der Luca anfeuert, irgendwo einen Frikkie auf der Haut trägt. Natürlich mit Permanent Marker. Zurück zur Action. Oder eigentlich noch nicht. Obwohl starker Wind vorhergesagt war, begann erst einmal das Warten. Stunden später tauchten endlich die ersten Whitecaps auf. Innerhalb weniger Sekunden wurden aus 15 Knoten 35. Lucas Caddy sprintete an den Strand und bereitete die Kites vor: acht ERA² in den Größen 7, 8, 9 und 10. Chaos. Hunderte Kites. Sand überall. Luca war im zweiten Heat des Tages gegen den Niederländer Timo Boersma und den französischen Newcomer Baptiste Jacquemain. Er startete seinen 9 m ERA² und ging in zehn intensive Minuten Competition. Trick für Trick kämpfte Luca stark und beendete den Heat auf Platz zwei. Damit zog er in Runde 2 ein. Als die Sonne in einem tiefvioletten Licht unterging, blieb Luca ruhig, landete seine Tricks und sicherte sich den Einzug in Runde 3. Was für ein erster Tag. Alle gingen sonnenverbrannt, sandig, erschöpft und mit einem Lächeln nach Hause.
Tag 2: Der Tag, an dem Big Air sich für immer veränderte
Es ist der 24. November. Red Bull gibt grünes Licht: Tag 2 findet statt. Das FLYSURFER Team kommt gegen Mittag an. Kein Wind. Kein einziges Sandkorn bewegt sich. Das Event ist on hold und unter den Ridern wird gemunkelt, dass heute vielleicht gar nichts mehr geht. Aber nicht bei Luca. Ruhig. Fokussiert. Skibrille auf. Frikkies auf den Fingern. Unten am Strand fragen sich die ersten, ob das vielleicht der Tag wird, an dem zum ersten Mal in der Geschichte ein Foilkite beim King of the Air zu sehen sein wird. Gegen 16:30 Uhr komme ich zurück zum FLYSURFER Van. 25 Leute hängen dort herum, Musik läuft, Drinks sind offen. Wenn schon kein Wind ist, machen wir wenigstens unsere eigene Party. Dann frischt der Wind auf. In der Ferne startet jemand einen 7 m SONIC. Es ist Hugo Wigglesworth. Für 20 Minuten schickt er es bei leichtem Wind komplett raus: Foilkite-Kiteloops, die den ganzen Strand sprachlos zuschauen lassen. Zwei Stunden später verkündet Red Bull: Die Heats starten pünktlich um 18:00 Uhr. Luca macht sich bereit. Die Caddies pumpen die ERA Kites auf und noch einen weiteren. Im Sand liegt ein unübersehbarer, dunkeloranger SONIC. Luca startet Runde 3 gegen Giel Vlug, bekannt für extreme Kitewinkel und massive Loop-Rotationen. Er beginnt auf dem 9 m ERA. Erster Trick: riesiger Loop, massive Höhe, aber er verliert das Board. Giel landet starke Tricks und geht in Führung. Luca holt sein Board zurück, doch seine Steuerleine ist verdreht. Mit nur noch vier Minuten auf der Uhr rauscht er zurück an den Strand. Er liegt 0,6 Punkte hinten. Der Wind lässt nach. Und dann passiert es. Luke greift Lucas Kopf, schaut ihm direkt in die Augen und sagt:<br />„It’s 7 meter SONIC time, baby!“ Lucas Augen werden groß. Aufregung. Nervosität. Neugier. Niemand weiß, wie die Judges einen Kite bewerten werden, den sie so noch nie gesehen haben. Die Caddies sprinten zum SONIC. Die Leinen sind bereit. Luca läuft upwind, löst seine Bar und startet den 7 m SONIC innerhalb weniger Sekunden.<br />Der ganze Strand wird still. Dann explodiert die Stimmung. Die Leute rasten aus. Luca trifft den ersten Kicker, schickt den Kite, schießt mit doppelt so viel Höhe wie zuvor in den Himmel, rotiert wie ein Tornado, fängt einen zweiten Lift und schwebt leicht wie eine Feder zurück aufs Wasser. Der Strand bricht in Jubel aus. Innerhalb von zwei Minuten landet er drei weitere saubere Tricks und übernimmt die Führung. Er gewinnt den Heat. Er zieht ins Halbfinale ein. Der ganze Spot dreht durch. Zurück am Van feiern wir, als hätten wir das komplette Event gewonnen. Nach einem langen Call mit Benni Bölli, der den SONIC gemeinsam mit Théo de Ramecourt entwickelt hat, fallen alle mit dem größtmöglichen Grinsen ins Bett.
Tag 3
Kein Scherz: Alle sind komplett durch. Drei Tage Sonne, Sand, Wind und Adrenalin am Stück hinterlassen Spuren. Aber es ist Halbfinaltag. Und vielleicht, nur vielleicht, ist wieder SONIC Time. Als wir ankommen, ballert der Wind bereits. Luca bereitet sich in seiner gewohnten Routine vor. Dann ertönt die Hupe. Der Heat läuft. Luca trifft auf Leonardo Casati, den 16-jährigen Bruder von KOTA Champion Lorenzo Casati. Dieses Mal startet Luca direkt auf dem SONIC. Er nimmt mit voller Geschwindigkeit einen Kicker, schickt den Kite und geht in den höchsten Foilkite Tornado Kiteloop, den wir je gesehen haben. Ich halte mir ungläubig den Kopf. Geschichte live mitzuerleben, fühlt sich genau so an. Luca setzt Trick für Trick nach. Doch Leonardo ist an diesem Tag einfach einen Tick stärker. Lucas Run endet im Halbfinale. Er wird Vierter beim King of the Air und ist der erste Rider in der Geschichte, der bei diesem Event jemals einen Foilkite gestartet hat. Mehr als eine Competition: Dieses Event hat nicht nur Big Air neu geschrieben. Es hat gezeigt, was FLYSURFER wirklich ist. Eine Marke? Ein Unternehmen? Nein. Eine Familie. Aus Ridern, Caddies, Designern, Freunden und Fans, die sich gegenseitig mit allem unterstützen, was sie haben. Eine Crew, die nichts mehr will, als der Person neben sich dabei zu helfen, ihre Träume zu erreichen. Und vielleicht, nur vielleicht, sind alle 25 von uns mit Matching Tattoos nach Hause gegangen 🙂

Luca erzielte den historischen Sprung mit folgendem Setup:
SONIC⁵ 7 m
ERA² 8 m und 9 m
FUSION Control Bar
SHOT 135
In der Luft geht es nicht um Glück. Es geht um Präzision. Big Air ist kein Zufall. Es ist eine Entscheidung. Jeder Take-off, jede Landung und jede Session spiegeln dein Mindset wider. Der SONIC⁵ ist nicht einfach ein Kite. Er macht deinen Willen, deine Disziplin und deine Entschlossenheit spürbar. Alles beginnt im Kopf. Gebaut für Rider, die nicht fragen, ob es geht, sondern wie weit sie gehen können. Mehr Sprünge. Mehr Airtime. Mehr Kontrolle.
Congratulations zu diesem historischen SONIC Moment. Du machst uns stolz, Luca.
Text: Bjarne Rademacher